Herausgegeben von Björn R. Tammen unter Mitwirkung von Nicole Schwindt.

Im Mittelpunkt des Bandes steht Lassos Hochzeitsmotette Gratia sola Dei und ihre Überlieferung im Chorbuch A-Wn Mus.Hs. 2129. Im Anschluss an die historischen wie medialen Rahmenbedingungen der Münchner Fürstenhochzeit von 1568 kommen die Konventionen der Epithalamiendichtung zur Sprache, dazu analytische, intertextuelle und zahlensymbolische Aspekte der Komposition. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem von den Mielich-Kodizes zwar inspirierten, aber doch eigenständigen Medienverbund, der Rezeption zeitgenössischer Druckgraphik durch den Schreiber und Zeichner Richard von Genua in Hinblick auf die überwiegend alttestamentarischen Bildzyklen sowie der Lesbarkeit emblematischer Bildstrukturen. Auch wird die Integration von Elementen der Commedia all’improvviso in Hinblick auf das Brautpaar, Wilhelm (V.) von Bayern und Renata von Lothringen, erörtert. Ein Appendix erschließt erstmals sämtliche Bildthemen und Inschriften.

Veröffentlicht: 2020-11-05

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